Tulpen






Tulpen

Tulpen gehören zu den schönsten und bekanntesten Frühlingsblumen. Sie erscheinen in nahezu allen möglichen Farben und haben unterschiedlichste Formen. Es gibt heute ca. 150 Arten von Tulpen mit mehreren tausend Sorten. Tulpen wurden ursprünglich im Mittleren Orient kultiviert, bis sie über die Türkei Mitte des 16. Jahrhunderts Europa erreichten. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden Tulpen in Holland sesshaft, wo die Tulpenzucht immer mehr an Bedeutung gewann und die Niederlande schließlich zum weltweiten Zentrum der Tulpenzucht machte. Heute ist das kleine Land an der Nordsee der größte Tulpenexporteur der Welt. Anfang des 17. Jahrhundert löste die Tulpe als Spekulationsobjekt die sogenannte Tulpenmanie aus, die mit einem Börsencrash 1637 zu Ende ging. Davor war die Tulpe eine Blume der gehobenen Kreise, so im Orient als auch später in Europa schmückte sie die Gärten der Reichen und Mächtigen. Nach 1637 verwandelte sie sich in eine Zierpflanze für jedermann. In den Niederlanden wird jährlich der nationale Tulpentag gefeiert. Einige Tulpensorten wurden bekannten Persönlichkeiten gewidmet. Neben Rembrandt-Tulpen haben ihre eigenen Tulpen auch Elvis Presley, Diana Ross, Jurij Gagarin, Giuseppe Verdi und Antonio Vivaldi. Eine Tulpe wurde sogar nach dem portugiesischen Fußballer Cristiano Ronaldo benannt.

Tulpe orange (Motiv 07)

Die Tulpen werden meistens an einem schönen Septembertag gepflanzt. Doch auch eine spätere Bepflanzung ist denkbar, laut einiger Gärtner sogar bis Dezember, unter der Voraussetzung, dass die Erde nicht gefroren ist. Die Zwiebeln werden in eine Tiefe von ca. 10 cm im Boden mit der Spitze nach oben gesetzt. Tulpen sind nicht winterhart und müssen deswegen im Winter geschützt werden. Wer die Tulpen vor dem großen Frost nicht mit Fichtenzweigen bedeckt, muss mit Verlusten rechnen. Grundsätzlich gehören Tulpen zu den pflegeleichten Blumen, so dass auch ein unerfahrener Gärtner gleich am Anfang mit Erfolgen rechnen kann.
Der Ort, an dem Tulpen gepflanzt werden sollen, ist nicht völlig gleichgültig. Zunächst sollte man darauf achten, keine Tulpen an einen Ort zu pflanzen, an dem andere Zwiebelpflanzen vor einem Jahr wuchsen. Der Boden sollte möglichst neutral sein. Die Tulpen mögen keine Extremen und ziehen deshalb halbschattige Standorte vor. Der optimale Standort ist weder dauerhafter Hitze noch extremer Kälte ausgesetzt. Gegossen werden die Tulpen nur in der Zeit der Dürre. Es ist stets von Vorteil, die Erde zu lockern und die Blumen zu düngen. Nachdem die Tulpen verblüht sind, werden die Blüten entfernt, den Stil und die Blätter lässt man aber austrocknen. Im Juni werden die Zwiebeln ausgegraben, um die neuen von den alten zu trennen.
Die Tulpen reagieren auf Temperaturänderungen. Die Blüten öffnen sich bei erhöhter Temperatur und schließen, wenn es kälter wird.

Tulpen Weinrot (Motiv 12)

Die meisten heutigen Tulpen sind Hybride. Tulpen gehören zu den am meisten kultivierten Blumen der Welt.

Es blieb nicht aus, dass die lange und streckenweise äußerst aufregende Geschichte der Tulpen, den Einzug in unsere menschliche Kultur fand. Es entstanden im Laufe der Zeit unzählige Gedichte über Tulpen. Aleksandre Dumas schrieb den sehr erfolgreichen und 1850 veröffentlichten Roman „Die schwarze Tulpe“. Der Roman gehört zu seinen erfolgreichsten Romanen und wurde verfilmt. 1999 erschien der von Deborah Moggach geschriebene Roman „Tulpenfieber“. Der Roman wurde 2017 verfilmt, die Hauptrolle übernahm die Oscarpreisträgerin Alicia Vikander. 1957 erschien eine deutsche Briefmarke mit einer Tulpe als Repräsentantin aller Pflanzen. 2005 folgte von der deutschen Post eine mit „Blumen“ betitelte Markenserie, in der die Tulpe (Wert 10 Cent) ebenfalls zu finden ist.

Tulpen Weinrot (Motiv 14)


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